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Fachbeschreibung Religion - Ethik

imagesCA8L5A6DSowohl aus staatlicher als auch aus kirchlicher Sicht kommen dem Religionsunterricht in einer Zeit "beschleunigter Individualisierung und Pluralisierung" mit der Folge des zunehmenden Verlusts tragender weltanschaulicher und sozialer Bindungskräfte wichtige Aufgaben zu.

Im Folgenden sollen für das Selbstverständnis zentrale Dimensionen des gegenwärtigen und zukünftigen Unterrichts in katholischer Religionslehre kurz umrissen werden:

 

(1) die spirituell-pastorale Dimension: durch Gebet und Meditation im Unterricht, die teils konfessionellen, aber auch ökumenischen Gottesdienste zum Schulanfang und am Schuljahresende versucht die Fachschaft dieser Aufgabe gerecht zu werden. Die Einbindung in ein gläubiges Elternhaus und vor allem die aktive Teilnahme an einer lebendigen Pfarrgemeinde kann der Unterricht nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

 

(2) die kognitive Dimension: in einer Zeit zunehmender Orientierungslosigkeit nicht zuletzt in weltanschaulichen und ethischen Fragen - Papst Benedikt prangert in diesem Zusammenhang zu Recht den Relativismus in der heutigen Zeit an, man denke nur an den Umgang mit menschlichem Leben - bietet der Religionsunterricht durch die Vermittlung von Glaubenswissen eine bestimmte Grundorientierung. Er ist in erster Linie auf dieser kognitiven Ebene überprüfbar.

Auch hier sind die Eltern zu Gesprächen mit ihren Kindern aufgefordert, weil Fragen, die das Leben aus dem Glauben betreffen, nicht tabuisiert werden sollten, was in einer Zeit der vielfachen Privatisierung des Religiösen leider häufig der Fall ist.

 

(3) die sozialcaritative Dimension: diese kann im Unterricht, der in erster Linie eine theoretische Zielrichtung hat, nur sehr eingeschränkt umgesetzt werden. Durch die Information über kirchliche Hilfsprojekte und das aktive Engagement der SchülerInnnen für derartige Projekte (z.B. SmilingKids Nepal) werden die Schüler in altersstufengerechter Weise sensibel für das Zusammenwachsen der Menschheit in einer globalen Welt.

 

(4) die kulturell-hermeneutische* Dimension (*Wie verstehen wir uns in einer noch bzw. nicht mehr christlich geprägten Lebenswelt?): durch Besuch einzelner kultureller Veranstaltungen,  der Durchführung von Exkursionen, z. B. in Krankenhäuser, Klöster, KZ-Gedenkstätten (in Zusammenarbeit mit Sozialkunde) usw. und weitere Aktivitäten kann den SchülerInnen auch in ökumenischer Blickrichtung die Bedeutung des Christentums in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verdeutlicht werden. Außerschulische Lernorte tragen dazu wesentlich bei.

 

 

 

Diese Sachbereiche gehören zum Anliegen eines sich weltoffen verstehenden katholischen Religionsunterrichts, der in wichtigen Sach- und Orientierungsfragen jedoch auch entschieden Stellung bezieht. Dabei weiß er sich im Einklang mit unserem Papst Benedikt XVI., der als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation schon vor Jahren treffend formuliert hat: "Die Kirche muss die Fragen der Menschen aufnehmen, und sie darf sich nicht primär mit sich selbst beschäftigen. Sie muss sich den Problemen unserer Zeit stellen, sie muss ihre Position zu den kulturellen, sozialen und ökonomischen Rahmenbedingungen beziehen, und sie muss dem Menschen Hoffnung mit auf den Weg geben".

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