| Historie der Berufsschule III |
Seite 1 von 5
Einführung der Sonn- und Feiertagsschule als Pflichtschule in Bayern. Aus dieser Schule sind in den 20er Jahren die Landwirtschaftlichen Berufsschulen entstanden. Der Unterricht wurde damals gewöhnlich sonntags im Anschluss an den Hauptgottesdienst gehalten. Die halbstündige Christenlehre in der Kirche ging dem weiteren Unterricht, der oft bis 16:00 Uhr dauerte, voraus.
In diesem Jahr erfolgte die Umbenennung in Volksfortbildungsschule. Sie war noch ein Teil der Volksschule mit einem auf die Land- und Hauswirtschaft bezogenen Lehrplan.
Mit Erleichterung wurde es sowohl von Lehrern wie auch Schülern begrüßt, als 1934 der Unterricht allgemein auf einen Werktag festgelegt wurde. In der Landbevölkerung aber brachte die neue Verordnung Unruhe und Aufregung, und nur nach Brechung einzelner Widerstände (es gab örtliche Schulstreiks!) konnte die Verlegung auf den Werktag durchgesetzt werden.
Die Volksfortbildungsschule in „Ländliche Berufsschule“ umgetauft. Auch ein neuer Lehrplan wurde aufgestellt. Der Unterricht musste aber immer noch von Volksschullehrern unentgeltlich übernommen werden. Begeistert war kaum jemand von ihnen; denn zu dem sog. Sachkundestoff hatten die meisten von ihnen keinen persönlichen Bezug. Aber der Unterricht gehörte zu den Dienstobliegenheiten eines Volksschullehrers.
Die Ländliche Berufsschule den Namen „Landwirtschaftliche Berufsschule“. Zugleich war ein sog. „Reichslehrplan“ gegeben. Knaben und Mädchen wurden vielfach gemeinsam unterrichtet, der Lehrer erhielt von nun an wenigstens eine besondere Vergütung.
Erst im Jahre 1948 begann eine eigenständige, konsequente Ausbildung für den Beruf des Landwirts. Im neu gegründeten Staatsinstitut für den landwirtschaftlichen Unterricht in München wurden erstmals fachlich qualifizierte Lehrkräfte für den landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Unterricht herangebildet, um allmählich das landwirtschaftliche Berufsschulwesen aufzubauen.
"so bewarb ich mich um eine freie Planstelle im Kreise Bogen, die ich am 1. Mai 1949 antreten konnte. Es war für mich bei dem fortgeschrittenen Alter ein harter Entschluss, der mich aber nie gereut hat. Bogen, Haibach, Degernbach, Schwarzach und Hunderdorf waren meine Dienstorte. Sie mussten per Bahn, per Omnibus oder zu Fuß erreicht werden. Dienstsitz war Straubing. Nach Haibach musste ich bereits um 4:45 Uhr mit dem Zug in Straubing abfahren und kam erst um 17:00 Uhr wieder zurück. Nach Schwarzach fuhr ich mittags 12 Uhr hier ab, hielt von 13 – 18 Uhr Schule, übernachtete in Schwarzach und erreichte dann meinen nächsten Dienstort Degernbach zu Fuß – 5 km – hielt 5 Stunden Unterricht, nahm in der Gastwirtschaft das Mittagsmahl ein und wanderte anschließend wiederum 6 km zur Bahnstation Bogen, um gegen 17 Uhr in Straubing einzutreffen. Nach Hunderdorf fuhr ich gegen ½ 10 Uhr in Straubing weg und kehrte erst gegen 19 Uhr wieder zurück. Ich füge das alles an, um aufzuzeigen, mit welchen Schwierigkeiten ein sogenannter Wanderlehrer zu kämpfen hatte. Dabei musste jeder das Anschauungsmaterial im Rucksack oder auf sonstige geeignete Weise mitschleppen. Und so war ich froh zu Beginn des Schuljahres 1950/51 auf Antrag an eine freie Planstelle im Kreise Straubing versetzt zu werden. Meine Dienstorte Oberschneiding, Salching mit Oberpiebing, Sunzing mit Leiblfing und Eschlbach, Atting mit Rain und Steinach mit Münster erreichte ich größtenteils des Jahres über auf meinem Sachsmotorrad.“ Der spätere Schulleiter Franz Kapfhammer berichtet aus dieser Nachkriegszeit: „Die anfänglichen Notlösungen, Gasträume für den Unter-richt der Berufsschule zu gewinnen, waren an allen Schulen gegeben. So unterrichtete ich in Ittling ein Jahr im Gasthaus Doppelhammer, in Aiterhofen im Saal der Gastwirtschaft Weber, in Straßkirchen im Gasthof Schwarzmüller und in Stephansposching im Gasthaus Sagstetter.“ (zitiert aus der Chronik des Landw. Oberlehrers Josef Mooser)
Im Herbst 1957 trat Oberzeitldorn der „Kreisschule“ in Straubing bei. Somit waren sämtliche Gemeinden des Landkreises Straubing, ausgenommen Oberschneidung und Straßkirchen, dem Berufsschulverband beigetreten. Neunzehn Klassen insgesamt, 9 Klassen mit 236 Schülern und 10 Klassen mit 255 Schülerinnen, konnten gebildet werden.
Die erste Berufsaufbauschule Bayerns im Agrarbereich wurde in Straubing an der Landwirtschaftlichen Kreisberufsschule in der Frühlingsstraße 36 eingerichtet.
Im Altlandkreis Bogen beschloss der damalige Kreistag, mit Wirkung vom 1. Januar 1963 eine „Landwirtschaftliche Kreisberufsschule“ mit den Außenstellen Mitterfels und Stallwang zu gründen.
 |